Einen Hund einschläfern zu lassen kostet 2026 beim Tierarzt in der Praxis meist 80 bis 250 Euro. Mit Einäscherung steigen die Gesamtkosten häufig auf 200 bis 650 Euro. Die reine Euthanasie ist in der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT 2022) mit 30,78 Euro netto im einfachen Satz angesetzt. Dazu kommen Untersuchung, Sedierung, Medikamente und die Mehrwertsteuer. Im Notdienst und beim Hausbesuch wird es deutlich teurer. Dieser Guide zeigt alle Posten, damit die Rechnung im Abschied nicht überrascht.

LeistungTypische Kosten 2026
Einschläfern in der Praxis (inkl. Sedierung)80 bis 250 Euro
Einschläfern beim Hausbesuch150 bis 350 Euro
Einschläfern im Notdienst200 bis 450 Euro
Sammelkremierung (ohne Aschenrückgabe)100 bis 200 Euro
Einzelkremierung mit Urne200 bis 450 Euro
Bestattung auf dem Tierfriedhof150 bis 250 Euro plus Grabmiete

Kostenüberblick: Woraus sich der Preis zusammensetzt

Die Rechnung besteht aus mehreren Posten. Die Euthanasie selbst ist der kleinste davon. Dazu kommen die Allgemeine Untersuchung, die Sedierung oder Narkose, die Medikamente und die Verwahrung oder Weitergabe des Körpers. Jede Position steht einzeln in der GOT. Eine typische Praxisrechnung für einen mittelgroßen Hund liegt 2026 bei 100 bis 200 Euro. Entscheidet sich die Familie zusätzlich für eine Einzelkremierung, kommen 200 bis 450 Euro dazu.

Wichtig für die Planung: Der Tierarzt darf nicht unter dem einfachen GOT-Satz abrechnen. Nach oben sind bis zu drei Sätze im Regelfall erlaubt, im Notdienst bis zu vier. Zwei Praxen können deshalb für dieselbe Leistung legal sehr unterschiedliche Preise verlangen.

GOT-Abrechnung: Die Zahlen hinter der Rechnung

Seit dem 22. November 2022 gilt die neue Gebührenordnung für Tierärzte. Die wichtigsten Positionen für das Einschläfern eines Hundes im einfachen Satz (netto):

GOT-PositionEinfacher Satz (netto)
Euthanasie durch Injektion30,78 Euro
Allgemeine Untersuchung mit Beratung23,62 Euro
Injektionsnarkose23,44 Euro

Auf die Nettobeträge kommen Medikamentenkosten und 19 Prozent Mehrwertsteuer. Rechnet die Praxis den zweifachen Satz ab, kostet allein die Euthanasie 61,56 Euro netto. Das ist 2026 in vielen Praxen der übliche Satz, weil Personal- und Betriebskosten gestiegen sind.

Ablauf beim Tierarzt: Ruhig und schmerzfrei

Der Ablauf ist standardisiert und auf einen ruhigen Abschied ausgelegt. Zuerst untersucht der Tierarzt den Hund und bespricht die Entscheidung. Dann bekommt der Hund ein starkes Beruhigungsmittel. Er schläft ein und bekommt vom weiteren Geschehen nichts mehr mit. Erst danach folgt die eigentliche Euthanasie-Injektion, meist eine Überdosis eines Narkosemittels. Das Herz hört innerhalb weniger Minuten auf zu schlagen. Halterinnen und Halter dürfen in fast allen Praxen dabei bleiben.

Viele Praxen legen den Termin an den Rand der Sprechzeiten. So bleibt Zeit für den Abschied, und das Wartezimmer bleibt fern. Es lohnt sich, danach zu fragen.

Einschläfern zu Hause: Aufpreis für den Hausbesuch

Viele Familien möchten den Abschied in vertrauter Umgebung. Dafür berechnet der Tierarzt zusätzlich die Hausbesuchsgebühr und Wegegeld. Das Wegegeld beträgt laut GOT 3,50 Euro je angefangenem Doppelkilometer, mindestens jedoch 13 Euro (netto). Insgesamt kostet das Einschläfern zu Hause dadurch meist 150 bis 350 Euro. Mobile Tierärzte, die sich auf Hausbesuche spezialisiert haben, nennen den Gesamtpreis oft vorab am Telefon. Mehr dazu im Guide zu den Tierarzt-Hausbesuch-Kosten.

Notdienst: Nachts und am Wochenende deutlich teurer

Muss der Hund nachts, am Wochenende oder an Feiertagen erlöst werden, greift die Notdienstregelung der GOT. Sie schreibt eine Notdienstgebühr von 59,50 Euro netto vor. Zusätzlich muss der Tierarzt im Notdienst mindestens den zweifachen Satz abrechnen, erlaubt ist bis zum vierfachen. Eine Notdienst-Euthanasie kostet dadurch schnell 200 bis 450 Euro. Die Details stehen im Artikel zu den Tierarzt-Notdienst-Kosten.

Rolle von Größe und Gewicht

Große Hunde brauchen mehr Beruhigungs- und Narkosemittel. Die Medikamentenkosten steigen mit dem Körpergewicht. Auch die Kremierung wird nach Gewicht gestaffelt: Ein 40-Kilo-Schäferhund kostet in der Einäscherung oft 100 bis 150 Euro mehr als ein Dackel. Bei der tierärztlichen Leistung selbst bleibt der GOT-Satz dagegen gleich.

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Was nach dem Tod passiert: Drei Wege

Nach dem Einschläfern gibt es drei legale Wege. Erstens: Die Praxis gibt den Körper an die Tierkörperbeseitigung. Das kostet je nach Region und Gewicht meist 30 bis 80 Euro. Zweitens: Ein Tierkrematorium übernimmt die Einäscherung. Drittens: Die Bestattung auf einem Tierfriedhof oder unter Auflagen im eigenen Garten. Die Praxis organisiert Kremierung und Abholung auf Wunsch direkt mit.

Einäscherung: Sammel- oder Einzelkremierung

Bei der Sammelkremierung wird der Hund gemeinsam mit anderen Tieren eingeäschert. Es gibt keine Asche zurück. Sie kostet je nach Gewicht meist 100 bis 200 Euro. Bei der Einzelkremierung wird der Hund allein eingeäschert, die Asche kommt in einer Urne zurück. Dafür fallen 200 bis 450 Euro an. Urnen, Pfotenabdrücke oder Erinnerungsstücke kosten extra, meist 30 bis 150 Euro. Seriöse Krematorien nennen alle Preise in einer öffentlichen Preisliste.

Bestattung: Tierfriedhof oder eigener Garten

Ein Grab auf dem Tierfriedhof kostet meist 150 bis 250 Euro, dazu kommt die jährliche Grabmiete von etwa 50 bis 150 Euro. Die Bestattung im eigenen Garten ist in vielen Gemeinden erlaubt, aber an Bedingungen geknüpft: Das Grundstück muss Eigentum sein, es darf nicht in einem Wasserschutzgebiet liegen, und das Tier muss mit mindestens 50 Zentimetern Erde bedeckt sein. Starb der Hund an einer meldepflichtigen Krankheit, ist die Gartenbestattung verboten. Die genauen Regeln legt die Gemeinde fest. Ein Anruf beim Ordnungs- oder Veterinäramt schafft Klarheit.

Der richtige Zeitpunkt: Die schwerste Frage

Kein Geldbetrag wiegt so schwer wie die Entscheidung selbst. Tierärzte orientieren sich an der Lebensqualität: Frisst der Hund noch? Steht er ohne Schmerzen auf? Nimmt er am Familienleben teil? Wenn schlechte Tage dauerhaft überwiegen, ist der Zeitpunkt gekommen. Eine ehrliche tierärztliche Beratung kostet als Allgemeine Untersuchung mit Beratung 23,62 Euro netto im einfachen Satz. Dieses Gespräch ist gut investiert, auch wenn es am Ende die Entscheidung gegen die Euthanasie bringt.

Zahlt die Versicherung?

Viele Hundekrankenversicherungen und OP-Versicherungen übernehmen die Euthanasie, wenn sie medizinisch notwendig ist. Manche Tarife zahlen auch die Tierkörperbeseitigung oder einen Zuschuss zur Kremierung. Ein Blick in die Tarifbedingungen lohnt sich vor dem Termin. Welche Tarife was leisten, zeigt der Vergleich der Hundekrankenversicherung-Kosten.

Kosten planen statt sparen

Beim Abschied selbst zu sparen, fühlt sich für die meisten falsch an. Planbar sind die Kosten trotzdem. Wer den Termin regulär in der Sprechzeit vereinbart, vermeidet die Notdienstgebühr. Wer die Sammelkremierung statt der Einzelkremierung wählt, spart 100 bis 250 Euro. Und wer die Preisliste des Krematoriums vorher liest, vermeidet teure Zusatzangebote im emotionalen Moment. Eine Rücklage von 300 bis 500 Euro deckt in den meisten Fällen alles ab. Die laufenden Kosten eines Hundelebens zeigt der Guide Was kostet ein Hund im Jahr.

Kostenfallen beim Abschied

Drei Punkte treiben die Rechnung unnötig hoch. Erstens der Notdienst: Wer die Entscheidung zu lange aufschiebt, landet nachts in der Klinik und zahlt das Doppelte bis Vierfache. Zweitens ungefragte Zusatzleistungen: Urnen, Schmuck und Abschiedsräume sind Wahlleistungen, keine Pflicht. Drittens unklare Absprachen: Wer nicht sagt, was mit dem Körper geschehen soll, bekommt unter Umständen eine Leistung berechnet, die er nicht wollte. Ein kurzes Gespräch vor dem Termin klärt alle drei Punkte.

FAQ

Was kostet es, einen Hund einschläfern zu lassen? In der Tierarztpraxis meist 80 bis 250 Euro inklusive Sedierung und Untersuchung. Mit Einzelkremierung steigen die Gesamtkosten auf 300 bis 650 Euro. Was sagt die GOT zum Einschläfern? Die GOT 2022 setzt die Euthanasie mit 30,78 Euro netto im einfachen Satz an. Praxen dürfen bis zum dreifachen Satz abrechnen, im Notdienst bis zum vierfachen. Was kostet das Einschläfern zu Hause? Mit Hausbesuchsgebühr und Wegegeld meist 150 bis 350 Euro. Das Wegegeld beträgt 3,50 Euro je angefangenem Doppelkilometer, mindestens 13 Euro netto. Was kostet die Einäscherung eines Hundes? Die Sammelkremierung kostet 100 bis 200 Euro, die Einzelkremierung mit Urne 200 bis 450 Euro. Der Preis richtet sich nach dem Gewicht des Hundes. Darf ich meinen Hund im Garten begraben? In vielen Gemeinden ja, wenn das Grundstück Eigentum ist, nicht im Wasserschutzgebiet liegt und das Grab mindestens 50 Zentimeter tief ist. Die Gemeinde erteilt die verbindliche Auskunft. Übernimmt die Versicherung das Einschläfern? Viele Hundekranken- und OP-Versicherungen zahlen die medizinisch notwendige Euthanasie. Kremierung und Bestattung sind seltener abgedeckt, ein Blick in die Tarifbedingungen klärt das.

Diese Preise sind redaktionelle Richtwerte für August 2026 auf Basis der GOT 2022 und öffentlicher Preislisten. Region, Praxis, GOT-Satz, Gewicht des Hundes und gewählte Zusatzleistungen verändern die tatsächlichen Kosten.

Redaktionell recherchiert auf Basis öffentlicher Preis- und Marktdaten sowie amtlicher Grundlagen. Die Werte sind Orientierungs-Spannen, kein verbindliches Angebot - so recherchieren wir.

Zuletzt geprüft: 19.08.2026

Alle Preisangaben ohne Gewähr.