Die Hauptuntersuchung (HU), umgangssprachlich „TÜV" genannt, ist eine gesetzlich vorgeschriebene Sicherheits- und Umweltprüfung für alle zugelassenen Fahrzeuge in Deutschland nach § 29 StVZO. Der TÜV kostet für einen PKW 2026 zwischen 100 und 170 € (HU + AU zusammen). Der Preis variiert je nach Prüforganisation (TÜV, DEKRA, GTÜ, KÜS), Bundesland und ob die AU (Abgasuntersuchung) separat oder zusammen mit der HU durchgeführt wird. Bei Mängeln kommen Reparaturkosten und eine Nachprüfgebühr von 15–30 € hinzu. Die HU muss alle 24 Monate durchgeführt werden – Neuwagen erstmals nach 36 Monaten.
TÜV-Kosten 2026: Preise für HU und AU nach Fahrzeugtyp
Die reine Hauptuntersuchung (ohne AU) kostet für einen PKW 56–80 €. Die Abgasuntersuchung (AU) kostet zusätzlich 35–90 €. Zusammen liegen die Kosten bei 100–170 €. Die Preise sind nicht bundeseinheitlich geregelt – jede Prüforganisation setzt eigene Tarife.
| Fahrzeugtyp | HU (ohne AU) | AU | HU + AU gesamt |
|---|---|---|---|
| PKW (bis 3,5 t) | 56–80 € | 35–55 € | 100–135 € |
| PKW mit OBD-Diagnose (ab Euro 6) | 56–80 € | 50–90 € | 115–170 € |
| Motorrad | 45–65 € | 25–40 € | 70–105 € |
| Wohnmobil (bis 3,5 t) | 65–90 € | 40–60 € | 105–150 € |
| Wohnmobil (über 3,5 t) | 85–120 € | 50–70 € | 135–190 € |
| Anhänger (bis 750 kg) | 30–45 € | keine AU | 30–45 € |
| Anhänger (750 kg – 3,5 t) | 50–70 € | keine AU | 50–70 € |
| LKW (über 3,5 t) | 90–140 € | 50–80 € | 140–220 € |
Die AU wird bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor (Benzin, Diesel, Gas) durchgeführt. Reine Elektrofahrzeuge brauchen keine AU – der TÜV für ein E-Auto kostet daher nur 56–80 € (nur HU). Plug-in-Hybride brauchen die AU, weil sie einen Verbrennungsmotor haben.
Seit 2023 ist die AU für viele neuere Fahrzeuge (ab Euro 6d-TEMP) aufwändiger: Die On-Board-Diagnose (OBD) wird elektronisch ausgelesen, was den Preis um 10–30 € erhöht. Ältere Fahrzeuge werden mit der klassischen Endrohrmessung geprüft, die günstiger ist.
TÜV-Preise nach Prüforganisation: TÜV vs. DEKRA vs. GTÜ vs. KÜS
Die Preise unterscheiden sich zwischen den Prüforganisationen um 10–25 €. Alle vier prüfen nach denselben gesetzlichen Vorgaben (§ 29 StVZO, Anlage VIIIa) – die Qualität der Prüfung ist identisch, nur der Preis variiert.
| Prüforganisation | HU + AU (PKW, Durchschnitt) | Besonderheit |
|---|---|---|
| TÜV Süd | 115–135 € | Größter Anbieter in Süddeutschland |
| TÜV Nord / TÜV Rheinland | 110–130 € | Stark in Nord- und Westdeutschland |
| DEKRA | 105–130 € | Zweitgrößter Anbieter, viele Prüfstellen |
| GTÜ | 100–125 € | Häufig günstiger, weniger eigene Stationen |
| KÜS | 95–120 € | Oft günstigster Anbieter, kleineres Netz |
GTÜ und KÜS sind in der Regel 10–20 € günstiger als TÜV und DEKRA. Die günstigeren Preise erklären sich durch geringere Overhead-Kosten (weniger eigene Prüfhallen, stattdessen Kooperation mit freien Werkstätten). Die Prüfqualität ist gesetzlich normiert und wird vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) überwacht – ein Prüfingenieur bei KÜS macht exakt dieselbe Prüfung wie ein Prüfingenieur bei TÜV Süd.
TÜV in der Werkstatt oder an der Prüfstelle? Viele Werkstätten bieten die HU/AU direkt vor Ort an – ein Prüfingenieur kommt regelmäßig in die Werkstatt. Die Preise sind dort manchmal 5–15 € höher als direkt an der Prüfstelle, weil die Werkstatt eine Vermittlungspauschale einbehält. Der Vorteil: Eventuelle Mängel können sofort in der Werkstatt repariert werden, ohne ein zweites Mal hinfahren zu müssen.
Mängel beim TÜV: Kosten für Nachprüfung und Reparatur
36 % aller PKW fallen bei der HU mit Mängeln auf. Erhebliche Mängel erfordern eine Nachprüfung innerhalb von 4 Wochen – Kosten: 15–30 € Nachprüfgebühr plus Reparaturkosten.
Die HU kennt 4 Ergebnisse: Ohne Mängel (Plakette wird erteilt), geringe Mängel (Plakette wird erteilt, Mängel sollten behoben werden), erhebliche Mängel (keine Plakette, Nachprüfung innerhalb von 4 Wochen nötig) und verkehrsunsicher (Fahrzeug darf nicht mehr bewegt werden, Stilllegung droht).
Die häufigsten Mängel und ihre typischen Reparaturkosten:
| Mangel | Häufigkeit | Typische Reparaturkosten |
|---|---|---|
| Beleuchtungsmängel (Birne defekt, Einstellung) | 25 % | 15–80 € |
| Bremsen (Verschleiß, Scheiben, Beläge) | 18 % | 150–600 € |
| Achsaufhängung / Lenkung | 12 % | 200–800 € |
| Korrosion / Rost (tragend) | 10 % | 300–2.000 € |
| Ölverlust (Motor, Getriebe) | 8 % | 100–500 € |
| Abgasanlage (AU nicht bestanden) | 7 % | 100–400 € |
| Reifen (Profil unter 1,6 mm, Beschädigung) | 6 % | 200–600 € |
Wer Reparaturkosten vermeiden will, kann vor der HU einen Vorab-Check in einer freien Werkstatt machen lassen (30–60 €). Der Mechaniker prüft die typischen TÜV-Punkte und behebt kleine Mängel (Birne tauschen, Bremsflüssigkeit nachfüllen) sofort. Das verhindert die Nachprüfung und spart die 15–30 € Nachprüfgebühr plus den zweiten Anfahrtsweg.
TÜV überziehen: Bußgelder und Konsequenzen
Wer den TÜV überzieht, riskiert Bußgelder von 15 bis 60 € und ab 8 Monaten Überziehung einen Punkt in Flensburg. Die HU-Plakette zeigt Monat und Jahr der nächsten Fälligkeit – danach beginnt die Überziehung.
| Überziehungsdauer | Bußgeld | Punkt in Flensburg |
|---|---|---|
| Bis 2 Monate | 15 € | Nein |
| 2–4 Monate | 25 € | Nein |
| 4–8 Monate | 60 € | Nein |
| Über 8 Monate | 75 € | Ja (1 Punkt) |
Neben dem Bußgeld gibt es einen versteckten Kostennachteil: Ab 2 Monaten Überziehung wird die HU automatisch um eine vertiefte Prüfung ergänzt (Ergänzungsuntersuchung, 20 % Aufschlag auf die reguläre HU-Gebühr). Außerdem wird der neue TÜV-Termin vom Tag der tatsächlichen Prüfung berechnet, nicht vom ursprünglichen Fälligkeitsdatum – wer 4 Monate überzieht, verliert also 4 Monate des nächsten Prüfintervalls.
Noch gravierender: Bei einem Unfall mit überzogenem TÜV kann die Kfz-Versicherung die Leistung kürzen, wenn der Mangel unfallursächlich war. Die Versicherung zahlt zwar grundsätzlich auch bei abgelaufenem TÜV, kann aber Regress nehmen, wenn nachweisbar ein technischer Mangel (z.B. defekte Bremsen) zum Unfall beigetragen hat.
5 Wege, beim TÜV zu sparen
Der einfachste Weg: GTÜ oder KÜS statt TÜV wählen – das spart 10–25 € bei identischer Prüfqualität.
Günstigere Prüforganisation wählen: KÜS und GTÜ sind 10–25 € günstiger als TÜV Süd und DEKRA. Die Prüfung ist gesetzlich normiert – es gibt keinen Qualitätsunterschied.
Vorab-Check machen: Ein Werkstatt-Check vor der HU (30–60 €) deckt typische Mängel auf, die sofort behoben werden können. Das verhindert die Nachprüfung (15–30 €) und unnötige Reparaturkosten durch überraschende Mängel.
Nicht überziehen: Pünktlich zum TÜV spart die Ergänzungsuntersuchung (20 % Aufschlag) und das Bußgeld (15–75 €). Einen Monat vor Fälligkeit einen Termin buchen.
Kfz-Versicherung vergleichen – bis zu 50 % sparen
Wenn schon TÜV-Kosten anfallen: Kfz-Versicherung gleich mitprüfen. Jährlich wechseln spart durchschnittlich 200–400 €.
Beleuchtung vorher selbst prüfen: 25 % aller TÜV-Mängel sind Beleuchtungsprobleme. Vor der HU alle Lampen durchschalten (Abblendlicht, Fernlicht, Blinker, Bremslichter, Rückfahrscheinwerfer, Kennzeichenbeleuchtung). Eine defekte Birne selbst tauschen kostet 5–15 €, in der Werkstatt 30–60 €.
HU und AU zusammen buchen: Wer HU und AU getrennt durchführen lässt (z.B. AU in der Werkstatt, HU beim TÜV), zahlt oft 10–20 € mehr als beim Kombi-Termin. Bei den meisten Prüfstellen und Werkstätten werden HU und AU standardmäßig zusammen durchgeführt.
Eingabefelder: Fahrzeugtyp (PKW / Motorrad / Wohnmobil / Anhänger / LKW), Antriebsart (Benzin / Diesel / Elektro / Hybrid), Prüforganisation (TÜV / DEKRA / GTÜ / KÜS), Bundesland (Dropdown), Mängel erwartet? (Nein / Geringe / Erhebliche).
Ergebnis: HU-Kosten, AU-Kosten, Gesamtkosten, Ggf. Nachprüfgebühr, Vergleich mit günstigster Prüforganisation in der Region, Bußgeld bei Überziehung (Infografik).
Häufige Fragen zu TÜV-Kosten
Was kostet der TÜV für ein Auto 2026?
Die Hauptuntersuchung (HU) mit Abgasuntersuchung (AU) kostet für einen PKW 100–170 €. Der Preis variiert nach Prüforganisation (KÜS ab 95 €, TÜV Süd bis 135 €) und Fahrzeug-Abgasnorm.
Ist DEKRA günstiger als TÜV?
DEKRA ist geringfügig günstiger als TÜV Süd (ca. 5–10 € Unterschied). GTÜ und KÜS sind 10–25 € günstiger als beide. Die Prüfqualität ist bei allen Anbietern identisch, weil die Prüfung gesetzlich normiert ist.
Was kostet eine TÜV-Nachprüfung?
Die Nachprüfung kostet 15–30 € und muss innerhalb von 4 Wochen nach der HU mit erheblichen Mängeln durchgeführt werden. Reparaturkosten für die Mängelbeseitigung kommen hinzu.
Was passiert, wenn ich den TÜV überziehe?
Bußgelder von 15–75 €, ab 8 Monaten Überziehung ein Punkt in Flensburg. Ab 2 Monaten wird eine Ergänzungsuntersuchung fällig (20 % Aufschlag). Der neue TÜV-Termin berechnet sich vom Prüfungstag, nicht vom Fälligkeitsdatum.
Braucht ein Elektroauto eine AU?
Nein. Reine Elektrofahrzeuge haben keinen Verbrennungsmotor und benötigen keine Abgasuntersuchung. Der TÜV für ein E-Auto kostet daher nur 56–80 € (reine HU). Plug-in-Hybride brauchen die AU.
Wie oft muss ich zum TÜV?
PKW und Motorräder müssen alle 24 Monate zur HU. Neuwagen haben eine verlängerte Erstfrist von 36 Monaten. LKW und Busse über 3,5 t müssen alle 12 Monate zur HU. Anhänger bis 3,5 t: alle 24 Monate.
Alle Preisangaben sind Richtwerte für Deutschland (Stand: April 2026). Quellen: § 29 StVZO (Hauptuntersuchung), Anlage VIIIa StVZO (Prüfumfang), Bußgeldkatalog (BKat), Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) HU-Mängelstatistik 2025, eigene Preisrecherche bei TÜV Süd, DEKRA, GTÜ und KÜS in 4 Bundesländern.
Redaktionell recherchiert auf Basis öffentlicher Preis- und Marktdaten sowie amtlicher Grundlagen. Die Werte sind Orientierungs-Spannen, kein verbindliches Angebot - so recherchieren wir.
Zuletzt geprüft: 23.04.2026
Alle Preisangaben ohne Gewähr.